Gedenken an die Pogromnacht
Wie seit über 20 Jahren findet am Mahnmal für die ehemalige Kempener Synagoge auf der Umstraße eine Gedenkveranstaltung statt. Zur Erinnerung an eine der dunkelsten Stunden Deutschlands und unserer Stadt treffen sich hier Kempener Bürgerinnen und Bürger jährlich, um der Greuel der Nationalsozialisten zu gedenken.
Tatsächlich ist die Kempener Synagoge aber am Donnerstag, dem 10. November, in Brand gesetzt worden. An diesem Tag fand auch damals der Martinszug statt und die Kinder mussten an den noch rauchenden Überresten der Synagoge vorbeiziehen. Der Kempener Freudentag ist also nicht ungetrübt! Das darf nicht vergessen werden.
Dennoch haben sich die Verantwortlichen unseres Vereins vor Jahren entschieden, das Gedenken auf den Vorabend des Kempener Martinsfestes zu legen, um ihm eine größere Aufmerksamkeit zu ermöglichen. Das war eine richtige Entscheidung. Jährlich folgen der Einladung 150 bis 200 Kempener.
Der einladende Vorstand hofft auch für dieses Jahr auf eine gute Teilnahme, da die Geschehnisse von 1938 nicht vergessen, verdrängt, totgeschwiegen werden dürfen - gerade heute nicht, wo es in Teilen der Gesellschaft akzepiert wird, jüdische Menschen zu verunglimpfen, Antisemitismus zu schüren und das Existenzrecht Israels zu hinterfragen. Das darf in Kempen nicht passieren.